Testberichte

Was taugt die Produktbörse “Gimahhot” eigentlich?

[Sponsored] Der Rezensionsauftrag zur Produktbörse “Gimahhot” kommt gerade recht. Natürlich kann ich wieder meine freie Meinung äußern und werde lediglich für den Arbeitsaufwand entschädigt. Seit kurzem testen wir auch in unserem Marktplatz-Netzwerk, wie die Plattform im Vergleich zu klassichen Online-Shops ankommt.

Sympathisch ist von vornherein, dass man “Gimahhot” die Komplexität gar nicht ansieht. Leider bleibt dabei aber auch das Potenzial der Plattform für den Kunden auf dem ersten Blick verborgen. Die Startseite der Produktbörse sieht erst mal der einer typischen Produktsuche sehr ähnlich. Natürlich ist die Produktsuche an sich auch bei “Gimahhot” eine wichtige Navigationshilfe. Allerdings erahnt man den Charakter dieses Marktplatzes erst in der zweiten Bildschirmhälfte. Hier sind Preischarts und Markttendenzen zu sehen. Im Grunde zwar auch nicht unüblich, gerade bei klassischen Preisvergleichen, dahinter steckt jedoch mehr.

Bei Gimahhot bestimmt der Kunde den Preis, heißt es im Slogan. Nach dem Börsenprinzip sollen Händler und Käufer Angebote machen. Wird man sich einig, ist der Kauf vereinbart:

Der Name “gimahhot” stammt aus der althochdeutschen Sprache des 8. Jahrhunderts und bedeutet “gemacht” – mit dem klassischen Handschlag und einem “gimahhot” wurde schon damals der Handel perfekt gemacht.

Erklärt einer der Gründer im Shoppingdeluxe-Interview. Der Name ist also Programm. Das Unternehmen sieht seine Produktbörse als weltweite Innovation und möchte sich zwischen typischen Preissuchmaschinen und Auktionshäusern positionieren. Eine berechtigte Nische. So kann man also ein Produkt nicht nur zum festen “Sorfort-Kaufen-Preis” bestellen, sondern auch ein Gebot zum gewünschten Preis abgeben. Der Clou daran ist, dass dieses Gebot nicht nur dem aktuellen Anbieter des Produktes gezeigt wird, sondern jeder Händler darauf eingehen kann. So kann ein Preis direkt nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage entstehen. Allerdings stößt die darstellerische Umsetzung und Kommunikation noch auf Kritik:

Dass Gimahhot als Shopping-Bazar für Neuware (“Sie bestimmen den Preis”) durchaus reizvoll ist, sieht man der aktuellen Umsetzung leider nicht unbedingt sofort an.

So das Urteil des Branchenexperten Jochen Krisch in seinem Weblog “Exciting Commerce” anlässlich der Bekanntgabe der Finanzierung von “Gimahhot” durch den Hi-Tech Gründerfonds. Das kommt mir auch druchaus etwas bekannt vor. ;-)

Aber aus solchem Feedback kann man ja lernen. Ein gutes Vorbild könnte künftig unsere Plattform Sparduell werden. Auch wenn hier wieder eine klassische Händlerdatenbank zugrunde liegt, wird der konzeptionelle Ansatz des Duells hier wohl nicht mehr übersehbar sein. Um sich von typischen Shoppingseiten abzugrenzen, muss man wohl einen plakativen Weg gehen. Ein sehr extremes Beispiel dabei wäre Schutzgeld.de – dem Geschäft scheint es jedenfalls nicht zu schaden.

Zurück zu “Gimahhot”: Inwiefern die Preise durch das Börsenprinzip nun einen Wettbewerbsvorteil bringen, kann ich noch nicht beurteilen. Die Angebote für den “Sofort-Kauf” scheinen jedoch durchaus Raum für’s Handeln zu lassen:

[...] eine Handpuppe von Trullala [..] soll 26,90 Euro kosten, wenn ich sie sofort kaufe. Im [...] Zwergen-Saloon bei mir um die Ecke kostet sie 23,95 Euro. Hmm. Deutlich günstiger. Und der Zwergen-Saloon ist kein Discounter, sondern ein Fachgeschäft. Das irritiert mich.

So der Eindruck von Matias Roskos im VisualBlog. Meine Stichproben ergaben ein erwartet durchwachsenes Ergebnis. Vom “Best-Preis” bis zum “guten Mittelfeld” war auf den ersten Blick alles dabei.

Sonst bietet “Gimahhot” Kunden, wie andere klassiche Marktplätze auch, einige Vorteile. Diese können mit einem Account bei allen Händlern kaufen. Lediglich der Bruch im Prozess bei der ersten Bestellung durch die Account-Verifizierung per Email-Link ist – so sinnvoll dies rechtlich und konzeptionell an sich sein mag – hinderlich. Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich noch, dass der Name des Händlers erst im Bestellprozess genannt wird. Diese Kundeninformation, die auch weitere Bedingungen u. a. zum Widerrufsrecht beinhaltet, wird dann auch nicht gerade nutzerfreundlich dargestellt. So ist sie in einem recht kleinen Textfenster nur durch mehrfaches Scrollen lesbar. Dadurch bleibt die Bestellseite zwar optisch übersichtlich, aber das Lesen wird doch etwas mühsam.

Ansonsten übernimmt “Gimahhot” alles inkl. der Zahlungsabwicklung. Durch das “Treuhandkonto” soll dem Kunden weiterer Schutz geboten werden. Derzeit wird, soweit ich das sehe, nur Vorkasse als Zahlungsvariante angeboten. Da muss also dringend für Erweiterung gesorgt werden. Versandkosten fallen gegenüber dem Käufer nicht zusätzlich an, was gleichzeitig das Problem der Bestellung mehrerer Artikel von verschiedenen Händlern erleichtern würde. Derzeit scheint es jedoch keinen Warenkorb wie gewohnt zu geben. Man muss also offenbar jedes Produkt einzeln ordern.

Alles in allem eine noch nicht ganz runde Plattform, aber mit spannendem Ansatz und vor allem noch viel Potenzial!

2 thoughts on “Was taugt die Produktbörse “Gimahhot” eigentlich?

  1. niko

    Überweisung und Vorauszahlung gingen problemlos,
    beide Vorgänge nötig, da begrenzte Onlinebuchung.
    Erster Artikel kam nach einer Woche, der andere leider erst nach fast zwei Wochen.
    Beide waren als “auf Lager” gekennzeichnet.
    Ein Geduldsspiel für nervöse Zeitgenossen.

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