Warum Social Media mit IFTTT, Buffer & Co. kontraproduktiv ist

In dieser Ausgabe des SEO-Driven Podcast spreche ich über meine Erfahrungen mit Social Media Tools wie IFTTT, Buffer, CoSchedule und MeetEdgar und erkläre, warum ich diese Tools mittlerweile eher für kontraproduktiv erachte. Nachfolgend könnt Ihr Euch den Podcast wieder anhören oder nachlesen.


So Freunde, ihr hört den 5. SEO-Driven Podcast. Mein Name ist Christian B. Schmidt von der SEO-Agentur Digitaleffects. Heute spreche ich darüber warum ihr Euer Social-Media nicht mehr mit If-This-Then-That, Buffer oder CoSchedule automatisieren solltet.

Wie der eine oder andere von Euch vielleicht auch, bin ich schon seit knapp 10 Jahren in Social-Media richtig aktiv. 2007 habe ich mich sowohl bei Twitter als auch bei Facebook angemeldet und bin seitdem auch auf der Suche nach der geeigneten Social-Media Management-Software. Auf dem Weg habe ich natürlich viele Tools ausprobiert.

Ganz am Anfang hat man ja vor allem noch über die Websites selbst gepostet. Vor allen Dingen auch bei Twitter. Dann später auch übers Handy, zuerst per SMS witzigerweise. Und dann kamen die ganzen Twitter-Apps und Automatisierungsdienste, wie:

  • If-This-Then-That (IFTTT)
  • Buffer
  • MeetEdgar
  • CoSchedule

und so weiter.

Und genau diese Tools habe ich natürlich auch in der Vergangenheit immer wieder ausprobiert, vor allem mit IFTTT natürlich zu Beginn. Das war ja so ein bisschen der Vorreiter, der es einem ermöglicht hat einfach Regeln zu definieren, unter diesen Bedingungen man dann zum Beispiel automatisierte Tweets absetzen kann oder auch bei Facebook posten. Beispielsweise wenn man einen neuen Blogbeitrag veröffentlicht hat oder wenn man ein neues Foto zum Beispiel jetzt bei Instagram hochlädt, dass man das auch gleichzeitig bei Twitter und Facebook posten kann. Alle diese Funktionalitäten ermöglicht IFTTT. Was natürlich bei IFTTT besonders spannend ist sind die individuellen Konfigurationsmöglichkeiten. Also man kann wirklich anhand von Regeln, also wenn das und das passiert, also wenn ich ein neues Bild bei Instagram hochlade, dann poste das doch bitte auch bei Twitter. Das unterstützen die Dienste teilweise selbst auch schon. Also es ist auch mehr oder weniger manche Funktionalitäten sogar überflüssig geworden. Aber gerade IFTTT ist ja kein reines Social Media Tool, sondern man kann auch einfach sagen: “Wenn das Wetter heute sonnig ist, dann poste dies und das oder auch ganz andere abwegige Sachen, da man verschiedene Signale und verschiedene Inputs miteinander verknüpfen kann.

Bei Buffer ist es so (das Tool hat ja auch eine sehr große Fancommunity), dass Buffer vor allem erstmal die Aussteuerung der Zeiten übernimmt. Also schaut, wann sind die größten Aktivitätsquoten auf den verschiedenen Channels. Sicherlich auch eines der Kernthemen generell. Sodass, wenn man mehrere Social Media Kanäle gleichzeitig managen will, dass einem natürlich solche Tools eine große Hilfe sein können. Buffer hat sich da vor allem mit dem USP einen Namen gemacht. Wie gesagt, dass sie versuchen die richtigen Zeiten auszuwählen, dass man sich selbst nicht mehr den Kopf zerbrechen muss, wann man die Sachen postet. Man befüllt sozusagen immer so eine Art Warteschlange und die wird dann eben Stück für Stück abgearbeitet zu den vermeintlich optimalen Veröffentlichungszeiten.

CoSchedule war dann auch ein Tool, was ich lange Zeit erprobt habe. Was vor allem den USP hat, dass eben sehr stark in WordPress integriert werden kann, über das dazugehörige Plugin. Das ist ganz schön, weil man hier dann im voraus auch wiederum planen kann, auch anhand eines Kalenders: wann soll auf welchem Channel welche Message verbreitet werden. Das habe ich recht intensiv genutzt. Irgendwann ist das aber auch ein bisschen abgeschwächt wieder. Hängt aber auch damit zusammen, dass ich eine Zeit lang nicht so stark geblockt habe. Also bei CoSchedule ist auf jeden Fall der starke Zusammenhang mit WordPress gegeben, viel mehr als bei den anderen genannten Tools, weil man das wirklich dann auch im WordPress Backend direkt beim Verfassen eines Beitrags alles managen kann. Man muss also nicht sich woanders erst einloggen, die Website und die Ansicht wechseln, sondern ist immer in diesem gewohnten Umfeld, wenn man viel mit WordPress arbeitet. Man kann CoSchedule auch wiederum verbinden mit Buffer, sodass dann wieder die Postzeiten entsprechend von Buffer übernommen werden. Das war eigentlich ein Setup, mit dem ich eine lange Zeit ganz gerne gearbeitet habe.

Zuletzt bin ich jetzt auf MeetEdgar gestoßen, was vor allem den Vorteil hat, dass sie die Post immer wiederholen. In der Regel ist es ja so: man verfasst irgendeinen Blogbeitrag, dann veröffentlicht und teilt man den auf ein paar Kanälen am Veröffentlichungstag und dann ebbt das ganze eben entsprechend ab. Aber, wie ihr alle wisst: die organische Reichweite (dass die Leute im Prinzip durch Zufall Eure Seiten und Eure Posts sehen), die sinkt immer weiter. Das Argument von MeetEdgar ist eben, dass man durch das Wiederholen der Post einfach viel mehr Leute erreicht, weil man einerseits natürlich zu verschiedenen Zeiten posted, andererseits einfach immer wieder postet und dann halt immer wieder eine neue Chance hat von dem Algorithmus, meinetwegen von Facebook oder auch bei Twitter, eben in der Timeline immer wieder zu erscheinen.

Hier kann man auch verschiedene Plattformen miteinander verbinden. Bei MeetEdgar sind es: Facebook Twitter und LinkedIn. Bei Buffer kann man zusätzlich noch Google Plus, Pinterest, wenn ich mich recht entsinne und auch in einer gewissen Art Instagram mit verknüpfen. Bei IFTTT sind auch sehr viel Plattformen, eigentlich alle, mehr oder weniger angebunden. Die größte Herausforderung ist immer die Anbindung von Instagram,weil Instagram generell dieses posten über die Schnittstellen noch nicht erlaubt. Das heißt, da gibt es dann in der Regel immer so einen Workaround, dass man eine Push Notification auf die beigelieferte Handy App von dem Dienst bekommt, diese dann den Post sozusagen schon vorbereitet und man dann per copy&paste ein Stück weit die Sachen dann auch in Instagram leichter posten kann. Aber man muss es tatsächlich immer selber machen. Wenn man jetzt im Urlaub ist und man will das für eine Woche oder zwei im voraus planen, geht das mit Instagram in der Art und Weise nicht. Facebook bietet ja auch (zumindest für die Pages) ein Scheduling an, also dass man Beiträg im Voraus planen kann. Das habe ich bislang noch nicht so viel genutzt, weil ich das vor allem über die anderen Apps dann eben ausgelagert habe.

Was mir bei MeetEdgar fehlt, ist eine native iPhone App. Bei den anderen Diensten gibt es diese Apps. Ich mache sehr sehr viel Social Media von unterwegs, mal abends oder auf Toilette. Da ist es eben sehr hilfreich, wenn man eine App hat, die auch möglichst gut funktioniert. MeetEdgar hat zwar auch eine ganz gute mobile Website, aber man spürt schon immer wieder den Unterschied. Es ist manchmal ein bisschen hakelig, die Schaltflächen sind teilweise zu klein. Da muss man schon ziemlich genau hinschauen, dass man da nichts falsch macht.

Das ist besser mit Buffer zum Beispiel, weil man Buffer dann auch so integrieren kann, dass es auch in den Browser integriert ist, also man auch direkt vom Browser Links in Buffer teilen kann zum Beispiel. Das ist ein Feature, was ich sehr gerne genutzt habe, um eben auch meine Community mit Beiträgen zu versorgen, die ich selber gelesen habe oder die ich selber spannend fand. Das kann man mit Buffer sehr sehr leicht machen, indem man auf die Sharing Funktion klickt im Browser (zumindest beim iPhone geht das so). Dann hat man eben neben Direktnachricht, Facebook und so weiter auch die Möglichkeit direkt Buffer in die Auswahlliste zu bringen. Das erleichtert natürlich das Teilen total.

Der große Nachteil an all diesen Tools ist für mich, dass Sie die nativen Zusatzfunktion, die diese Social Networks bieten, in der Regel nicht unterstützen also ich kann mit keinem dieser Tools (meines Wissens nach) einen echten Retweet absetzen. Ich kann auch keine Favoriten, also sozusagen bei Twitter die Likes, auslösen. Ich kann diese nur auslesen. Also, dass ich eben meinetwegen über die Twitter App Tweets favorisiere. Dann kann ich diese wieder auslesen, um die dann wiederum zu teilen oder ähnliches. Aber das ist immer so eine Art Workaround. Diese Tools können zum Beispiel auch nicht bei Facebook die Stimmung mit angeben, Orte mit angeben. Auch das Tagging funktioniert nicht in der Regel. Bei Twitter ist das natürlich einfacher, weil man einfach das “@” Zeichen mit integriert und den Benutzernamen. Aber bei Facebook funktioniert das ja ein bisschen anders und das wird dann eben auch wiederum nicht unterstützt. Was die Tools auch mit sich bringen ist natürlich, dass man so ein bisschen versucht alle über einen Kamm zu scheren. Das ist ja auch ein bisschen der Effizienzgewinn, den man hat, dass man im Prinzip eigentlich nur eine Botschaft einstellt und die wird dann über die verschiedenen Kanäle geshared. Dadurch, dass man meistens Twitter mit drin hat, ist man eben an die Limitierung von Twitter gebunden.

Manche Tools, wie MeetEdgar, bieten zusätzlich teilweise auch Facebook Funktionalität oder einen eigenen Text für Facebook mit an oder eine eigene Linkvorschau. Das macht Buffer auch, dass man auch die Linkvorschau bearbeiten kann. Man kann auch Fotos mit hochladen, das geht in der Regel auch, bei CoSchedule ebenfalls. Bei IFTTT eben auch, aber immer nur auf Basis dieses Regelwerks. Und dadurch unterstützt man natürlich nicht das, was die Social Netzwerke so wollen. Insbesondere Facebook möchte natürlich “Unique Content” haben. Und dann ist es natürlich für Facebook sehr schnell zu erkennen. Die wissen ja selbst, dass das über die API kommt. Die verschiedenen nativen Funktionalitäten werden nicht genutzt, die für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Dadurch, dass man auch in der Regel Links teilt, weil das immer irgendwie mit dem Blog, bei MeetEdgar über RSS, integriert ist. Bei Buffer ist es so ähnlich, bei CoSchedule sowieso. Dass man eigentlich immer dazu verfällt nur noch Links zu teilen oder eine große Anzahl an Links zu teilen. Daran hat eben auch Facebook wiederum kein großes Interesse immer wieder die Leute wieder von der Plattform runter zu lenken.

Also das sind dann sozusagen so grundsätzliche Dinge, die dann eigentlich anstatt die Reichweite zu erhöhen, die Reichweite eigentlich immer mehr senken. Weil man eben immer mehr Links teilt, weil man diese immer ohne die nativen Funktionalitäten teilt, weil man auch selbst gar nicht mehr über seine eigenen Kanäle die einzelnen Beiträge vielleicht favorisiert, liked, shared retweeted. Was natürlich auch immer nur einen gewissen Push geben kann in der Reichweite, weil das diese Plattformen eben nicht unterstützen sondern vielmehr einfach den gleichen Tweet oder die gleiche Nachricht in den verschiedenen Profilen veröffentlichen. Und das führt aus meiner Sicht und nach allem was ich jetzt bisher erlebt habe immer dazu, dass die Interaktion, dass die Reichweite eher sinkt und man dadurch genau das Gegenteil von dem erreicht, was man eigentlich als Ziel hatte. Natürlich, Effizienz zu steigern. Aber gerade bei Buffer und auch bei MeetEdgar ist ja der Ansatz eben auch die Reichweite zu erhöhen. Entweder durch die optimalen Veröffentlichungszeiten oder eben durch das wiederholte posten. Und insofern sind diese Tools eben für mich dann eher kontraproduktiv.

Das ist der Grund warum ich wahrscheinlich auch in Zukunft darauf verzichten werde, zumindest größtenteils, und mich dann eher auf einzelne Plattform konzentriere. Vor allem Facebook, denke ich, ist da sehr sehr wichtig und vielleicht dann nur andere Plattformen, die ich eher nebenbei mache, wie Twitter oder LinkedIn, dass ich die dann eben über so ein Tool bespiele.

Ich kann euch aber eigentlich nicht empfehlen dauerhaft Facebook über so ein Tool zu bespielen und zu managen, weil diese Posts auf Facebook mittlerweile (nach meiner Erfahrung) wirklich fast gar keine Reichweite mehr bekommen.

Ja und wie immer bin ich am Ende gespannt auf euer Feedback. Schreibt mir gerne einen Kommentar in meinem Blog. Schreib mir eine Message auf Facebook oder Twitter, Xing, LinkedIn. Antwortet vielleicht in eurem eigenen Podcast, greift das Thema auf in eurem Blog. Ich bin gespannt, welche Social Media Tools Ihr nutzt, welche Erfahrung ihr habt, ob ihr ähnliche Erfahrungen habt und freue mich auf euer Feedback.

Zum Abschluss will ich noch auf unsere SEO Tool Liste hinweisen. Wir haben unter www.digitaleffects.de/seo-tools/ eine Liste von 231 SEO Tools zusammengetragen. Dort findet ihr gut ein Dutzend Social Media Tools. Vielleicht wollt Ihr ja auch selbst einmal reinschauen und die Tools testen. Da findet Ihr noch eine ganze Reihe mehr zu Social Media und auch Content Marketing.

One thought on “Warum Social Media mit IFTTT, Buffer & Co. kontraproduktiv ist

  1. Genia Holsing

    Danke für den interessanten Bericht (den ich über eine Xing-Gruppe gefunden habe). Ich bin etwas erstaunt, dass in dieser Tool-Liste Hootsuite nicht erwähnt wird, denn dieses Werkzeug soll ja eine Art „Konsole“ für die verschiedenen Plattformen sein, inkl. der vielfältigen Funktionen dieser, wie eben Retweets. Ich habe jahrelang mit der freien Version gearbeitet, und 2 Jahre lang mit einem Business Account, und würde es bei Bedarf auf jeden Fall wieder tun.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.