Kolumne

Meine Meinung zum Thema Bildung 2.0

Die Literatenmelu hat eine spannende Aktion auf die Beine gestellt. Das Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit für das Thema Bildung bei Bloggern zu wecken. Zahlreiche Bildungsunternehmen unterstützen die Aktion und so gibt es eine Menge Sachpreise zu gewinnen. Auch wenn ich als Angehöriger selbst nicht an der Verlosung teilnehmen kann, möchte ich doch ein paar Worte zum Thema loswerden.

Mehr Bildung in Blogs

Als Anregung hat Melanie fünf Fragen formuliert, die man im Rahmen seines Blogbeitrags beantworten kann. Das macht auch mir den Einstieg in das Thema einfacher.

Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?

Am schönsten war es in der Grundschule, da war die Welt noch in Ordnung. Man ärgerte sich, wenn man mal eine 2 statt einer 1 geschrieben hat, alle in der Klasse waren miteinander befreundet. In der Pause waren wir immer als erstes auf dem Fussballplatz oder an den Tischtennisplatten. Auch unsere Lehrer habe ich überwiegend positiv in Erinnerung. Es war einfach eine schöne Zeit!

Als der Klassenverbund dann nach der sechsten Klasse in großen Teilen auseinandergerissen wurde, fingen die Probleme an. Der Lerndruck auf dem Gymnasium stieg kontinuierlich an. Die zusammengewürfelten Klassen und die beginnende Pubertät brachten auch zwischenmenschliche Probleme mit sich. Auch die Lehrerschaft war durchwachsen. Bis auf eine handvoll engagierter Lehrer kamen einem die meisten doch eher demotiviert und desinteressiert vor. Dies änderte sich auch nach dem Wechsel auf ein Oberstufenzentrum nicht mehr. Gleichzeitig wurde in der Klasse der Freundeskreis immer kleiner. Am Ende war man froh, dass das Ganze endlich hinter einem liegt.

Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?

In der Grundschule und auf dem Gymansium wurde sehr klassisch unterrichtet. Die einzige Abwechslung auf der Oberschule war, wenn in seltenen Fällen mal ein Overhead-Projektor zum Einsatz kam. Geändert hat sich das erst auf dem Oberstufenzentrum, was auch an der generellen medialen Ausrichtung lag. Hier wurde viel praktisch in Gruppen erarbeitet. Regelmäßig kamen Computer und Beamer zum Einsatz. Nur ein Lehrer klammerte sich wacker an seine Overhead-Endlosfolien, die er im Falle einer schiefen Schnittkante auch gern mit kurz beschrifteten Zeilen an der Spitze begann – und das auch noch, obwohl es um Computer-Datenbanken ging! Die Schule hatte auch eine recht moderne Internetseite und wir Schüler haben uns teilweise in eigenen Klassenforen organisiert.

Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?

Ich möchte mir hier aufgrund meiner fachlichen Ferne keine Kompetenz anmaßen, aber ich denke, dass der Kern schon in der Motivation liegt, Lehrer zu werden. Man hört ja immer wieder, dass das Lehramtsstudium ähnlich wie Betriebswirtschaftslehre viele Unentschlossene anzieht. Erklären kann ich mir das ehrlich gesagt nicht, denn beide Fächer sind auf ihre Art sehr anspruchsvoll. Gerade als angehender Lehrer sollte man sich auch im Klaren darüber sein, welche Herausforderungen in der Praxis auf einen warten und dass man sich mehr, als in vielen anderen Berufen, ständig fortbilden und anpassen muss. Insofern wäre wohl schon damit geholfen, wenn es entsprechende Eignungsprüfungen gäbe, bevor man überhaupt für das Studium zugelassen wird. So war es im Übrigen auch bei meiner IT-Fachausbildung.

Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?

Grundsätzlich begrüße ich den Einsatz neuer Medien in der Schule, nicht zuletzt deshalb, weil den Schülern so auch der sinnvolle Nutzen dieser vermittelt werden kann. Ich bin nämlich nicht der landläufigen Meinung, die Jugendlichen seien den Erwachsenen in Bezug auf neue Medien generell überlegen. Nach meiner Erfahrung können sie zwar die Computer oft schneller bedienen. Allerdings setzen sie diese Fähigkeit meist vorwiegend für virtuelle Zeitverschwendung wie Spiele, Chats und Unterhaltung ein. Mit dem Computer etwas sinnvolles produzieren können die meisten Heranwachsenden jedoch meines Erachtens leider nicht. Und da haben interessierte Lehrer ihren Schützlingen noch Einiges voraus.

Allerdings sollte man es auch nicht übertreiben. Die Schule ist kein Internetcafe. Man sollte die neuen Medien nicht zum Selbstzweck einsetzen. Die Lehrinhalte müssen in einem sinnvollen Mix der verschiedenen Medien und Lehrmethoden vermittelt werden. Beispielsweise halte ich die krampfhaft wirkenden Überlegungen Mancher Twitter auch im Unterricht zu nutzen, für wenig zielführend. Am sinnvollsten erscheint mir jedoch der Einsatz von Wikis im Unterricht. Und damit meine ich nicht Wikipedia, sondern von Lehrern und Schülern gemeinsam mit Inhalten gefüllte virtuelle Schultafeln mit dem alles entscheidenden Vorteil, dass alles öffentlich zugänglich gespeichert, chronologisch protokolliert und beliebig erweiterbar ist.

Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Hier bin ich skeptisch. Die Leistung eines Nachhilfelehrers, gerade bei Einzelunterricht, lässt sich nicht durch eine Software ersetzen, egal ob online oder offline. Hier sollte es mehr darum gehen, die Schüler und Lehrer zusätzlich zu unterstützen, beispielsweise indem man die technischen Barrieren abbaut und so jedermann die Nutzung sinnvoller Lernwerkzeuge möglich macht. Auch dürfen Eltern Nachhilfe oder entsprechende Software nicht so verstehen, dass ihnen dadurch ihre eigenen Pflichten abgenommen werden.

Nun genug von mir zum Thema Bildung. Wer auch an der Aktion “Mehr Bildung in Blogs” teilnehmen möchte, kann dies noch bis zum 10.01.2010 mit seinem Blogbeitrag tun und mit etwas Glück einen der 20 Sachpreise wie Frei-Accounts für Online-Lernplattformen, Wörterbücher, einen iPod Shuffle, Lern-DVDs, Hörbücher und mehr gewinnen.

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