Podcast: Interview mit Fabio Bacigalupo von Podcast.de

In der dritten Ausgaben vom SEO-Driven Podcast habe ich einen Gast und spreche mit Podcast-Experte Fabio Bacigalupo von Podcast.de über die Entwicklung, Trends und Optimierung von Podcast. Im Folgenden könnt Ihr Euch das Interview anhören oder nachlesen, worüber wir gesprochen haben.

Christian: So Freunde, Ihr hört die dritte Ausgabe vom SEO-Driven Podcast. Ich bin Christian B. Schmidt von der SEO-Agentur Digitaleffects und heute haben wir mal ein Interview zum Thema Podcast-SEO.
Christian: Ja, willkommen Fabio von Podcast.de.
Fabio: Hallo.
Christian: Fabio, Du machst jetzt seit Jahr und Tag Podcast.de. Vielleicht kannst Du kurz mal sagen, wie hat das ganze begonnen? Seit wann gibt es das Ganze? Und warum gibts es das Ganze?
Fabio: Das Warum ist ja ganz klar, damit man Podcasts finden kann. Es hat damit begonnen, dass ein Freund von mir, mir eine Google-Suchanfrage geschickt hat, mit zwei Suchbegriffen “podcast deutschland”. Da gab es genau einen Treffer drauf. Das war ein Block von Martin “…Schlagmichtot”. Das Thema fand ich spannend. Dann habe ich ein bisschen recherchiert und gegoogelt was es da so außerhalb von Deutschland noch gibt. Und dann dachte ich mir, “Ach, das könnte was werden”. Und dann habe ich da mal mit angefangen eine Informationsseite aufzubauen und dann gings weiter mit einem Listing von Podcasts und dann entstand nach und nach das Portal.
Christian: Wann hast Du die Domain registriert?
Fabio: 2004 war das.
Christian: 2004, wunderbar. Jetzt 2017, also 13 Jahre später fange ich an zu podcasten. Vielleicht kannst Du nochmal kurz sagen: Es gab ja so “ups and downs” oder? Es war mal so Trend, dann hats keinen mehr interessiert. Und jetzt plötzlich ist es wieder ein Trend. Wie siehst Du das?
Fabio: Ja, es folgt ganz klar dem gartnerschen Hype-Cycle. Es wurde 2006 so richtig überall in den Medien hochgepuscht und dann kam das Tal der Ernüchterung. Und so mittlerweile kommt, dass die Leute verstehen wie man es nutzen kann oder einfach auch Spaß dran haben. Und außerdem sind jetzt auch die mobilen Devices da, die Flatrates, um dieses mobile Medium auch richtig zu nutzen.
Christian: Genau, so war es eigentlich auch bei mir, dass ich jetzt immer bei der Autofahrt Podcasts gehört habe und so erstmal angefangen habe, weil ich gesehen habe, dass der Marco Janck da jetzt gestartet ist mit seinem Wyane-Podcast. Davor hatte ich ab und zu mal beim Online Marketing Rockstars Podcast reingehört. Oder auch ganz ganz früher bei diesem “Radio4SEO” hatte ich auch ab und zu mal reingehört, aber da musste man immer noch am Rechner das hören. Jetzt eigentlich nutze ich immer die halbe Stunde Autofahrt zur Arbeit um Podcasts zu hören. Und das hat mich dann auch inspiriert selber einen zu machen. Und jetzt frag ich mich natürlich, genauso wie alle anderen, die jetzt vielleicht mit einem Podcast anfangen: Wie wird man denn mit so einem Podcast erfolgreich? Wo kommen die Abonnenten her? Wo kommen die Downloads her? Was muss dann da beachten?
Fabio: Also beachten muss man vor allem, dass man präsent sein muss. Es geht so, dass man regelmäßig veröffentlicht, das kann täglich sein, wöchentlich, monatlich. Es muss aber klar sein, wann die Veröffentlichungszeiten sind, dass die User ungefähr wissen wann sie was zu erwarten haben. Ok, das Medium ansich bringt ja schon mit, dass man darüber informiert ist, dass was neues da ist, aber so ist das Nutzungsverhalten nicht unbedingt. Und dann kann man auch beim Podcasting noch ein bisschen tunen, dass man besser gefunden wird. Also um überhaupt sichtbar zu sein, wär es ganz wichtig das Logo, ein aussagekräftiger Titel, eine Beschreibung. Weil bisher die meisten Suchen oder Portale für Podcasts ausschließlich auf Text-basis funktionieren. Also da wird nicht der Audio-Content analysiert, sondern die Metadaten, die zum Podcast dazu geliefert werden.
Christian: Also so eine Art Podcast SEO?
Fabio: Genau. Da kann man auch von sprechen, als Podcast SEO. Schön mit Keywords zuknallen und dann ist man da super dabei (lacht). Also es ist tatsächlich so: Dinge, die man nicht in seine Beschreibung oder seinen Titel rein macht, darüber kann man auch nicht gefunden werden. Also da gibts meines Wissens nach nirgendwo, bei iTunes, Stitcher, podcast.de groß Algorithmen, die halt für den einzelnen Podcast eine Analyse machen, dass der thematisch zum Thema Suchmaschinenoptimierung gehört, wenn das nicht irgendwo vorkommt.
Christian: Und suchen denn die Leute wirklich auch gezielt nach Podcasts oder lassen sie sich viel mehr von diesen Toplisten, die es ja auch in allen Channels gibt, da inspirieren?
Fabio: Ach es gibt verschiedene. Jeder hat ja seine eigenen Wege was zu finden. Also es gibt natürlich die Empfehlung, die glaube ich immer wieder gut funktionieren. Wenn irgend ein bekannter Blogger halt irgendwie eine Top-10 macht, da kriegt man glaube ich ne Menge neue Hörer drüber. Dann haben Cross-Promotions über die Podcast, wenn man mal in anderen Podcasts erwähnt wird oder vielleicht sogar in einer Promo mal gespielt wird. Dann über die Charts, das ist ganz wichtig, riesen Anlaufstelle bei Podcast.de. Darüber laufen auf jeden Fall viele Abos. Bei iTunes, da gibts auch die Charts, die Neuheiten, Top-irgendwas. Das ist ein ganz wichtiger Kanal, um neue Hörer zu gewinnen. Und dann natürlich noch die Google-Suchanfragen zum Thema, wo man dann auch auftaucht mit seinem Podcast. Darüber kann man halt Hörer gewinnen, die eigentlich gar nicht wissen: Was ist ein Podcast? Oder da gibt es einen Podcast zu. Darüber kann man auch neue Hörer erreichen.
Christian: Und jetzt ist ja iTunes respektive Apple da sicher immer noch der Platzhirsch, aber für Android Geräte funktioniert das ja nicht. Wie sieht denn der Markt da aus? Was gibts da für Alternativen? Und wie würdest Du einschätzen, wie verteilt sich das? Sind immer noch die meisten Hörer noch tatsächlich sozusagen iPhone-Nutzer? Oder kommt das irgendwie was aus der Google-Welt, was da gleich zieht.
Fabio: Also das ist der Platzhirsch, keine Frage. Man sieht es auch an den Statistiken eigentlich häufig. Es kommt auch ein bisschen darauf an welche Zielgruppe man hat. Es kann durchaus auch sein, dass man mehr User über Android-Geräte hat. Das ist aber wesentlich stärker fragmentiert. Da gibts dann alle möglichen Apps wie: Antenna Port, PocketCasts, Podcatcher von Podcast.de, und und und und. Da gibts richtig viele zur Auswahl. Dann gibts natürlich auch noch die Portale, worüber was läuft. Da gibts auch alles mögliche. In den Staaten haben auch die Hoster teilweise ihre eigenen Portale noch zusätzlich. Es ist ganz unterschiedlich. Die eigene Webseite darf man nicht vergessen. Im Newsletter kann man den Podcast immer wieder gut bewerben, wenn man eh schon Reichweite hat. Das ist auch ein guter Weg. Also iTunes ist sicherlich ein Weg, den Weg, den man unbedingt auch machen muss, aber die anderen sollte man halt auch nicht ausschließen. Und von Google kommt in Amerika, haben sie gestartet, bei Google Play, dass da Podcasts aufgenommen werden. Hab noch nicht gesehen, dass da so die Reichweiten da sind, was aber auch daran liegt, dass ich hauptsächlich den Blick auf den deutschen Markt habe. Das kann ich nicht so beurteilen, wie das im amerikanischen Markt aussieht.
Christian: Und welche Rolle spielt Soundcloud in dem ganzen Konglomerat?
Fabio: Ja die sind auch da. Die bieten halt auch Audio-Hosting an. Gibt auch irgendwie eine Podcast-Komponente, wo es auch einen Anteil an Podcasts ergibt die da präsent sind. Kann man nutzen muss man nicht unbedingt.
Christian: Ok, du hattest ja diese Top-Listen angesprochen. Wie kommt man denn jetzt bei iTunes in die Top-Charts? Zum Beispiel in der Kategorie Business oder Wirtschaft oder sowas.
Fabio: Es gibt ja einmal die Neuvorstellungen oder die neuen tollen Podcasts. Da kommt man rein wenn man schnell viele Abos, viele Signale hat, viele Downloads, ganz am Anfang. Also wenn man halt frisch startet. Das hält sich dann auch letztendlich so. Man muss zeigen, dass die Nutzer immer wieder ein Interesse haben an einem Podcast über die Downloads, über die Plays. Was ich nicht so genau sagen kann ist, ob die tracken, wie lange reingehört wird. Das weiß ich nicht. Könnte aber durchaus auch ein Signal sein, ob die Podcasts bis zum Ende gehört werden. Bin ich mir nicht ganz sicher.
Christian: Tracking ist ein gutes Stichwort. Das fühlt sich so ein bischen für mich an wie vor 20 Jahren als man eigentlich nur “Hits und Klicks” hatte. Was gibt es denn da so für Tracking-Möglichkeiten? Führ uns doch mal durch die Podcast-Tracking-Welt.
Fabio: Also die besten Statistiken sind natürlich die, die direkt aus den Logfiles herausgezogen werden. Weil da sieht man wer was abruft, wieviele Daten übertragen werden, von welchen Quellen, die Referrer (Sind ja hier alles Fachleute). Und was halt so in den Logfiles drin steht. Insofern ist es die beste Quelle, die man hat. Man muss halt gucken. Hostet man selbst, dann muss man eine Logfile-Analyse machen. Da gibt es … Ich weiß gar nicht ob das released wurde. Da gabs mal einen Ansatz, irgendwo aus der Podlove-Community. Podlove ist auch ein WordPress-Plugin, neben allem anderen, was die auch noch anbieten. Die haben auch Statistiken, die das Frontend mit berücksichtigen. Also wenn über den Web-Player zum Beispiel abgespielt wurde. Das zeigen die in ihren Statistiken. Dann die Podcast-Hoster haben so ihre Statistiken. Jeder mit einem eigenen Ansatz. Die bei Soundcloud kennst du besser. Da bin ich nicht so firm mit.
Christian: Ja, die zeigen mir erstmal an wie viele Plays es gab, aber so richtig durchgestiegen bin ich da noch nicht, obs noch coolere Statistiken gibt.
Fabio: Ja, schwieriges Thema, weil auch jeder auch eine andere Herangehensweise für die Auswertung hat. Also ist irgendwie nur das Anspielen von einem Podcast schon ein Download? Oder ist das komplette herunterladen ein Download? Ja da ist ein Download, auf jeden Fall. Aber ist es halt auch angehört worden? Weiß man halt nicht. Also das ist ein bisschen nebulös, muss man sagen. Es ist halt auch schwierig. Es ist halt ein offenes System.Es nicht so das man halt von A bis Z also von Anfang bis Ende das tracken kann. Man kann halt ungefähr grob abschätzen: Was ist passiert? Was hat der Hörer damit gemacht? Aber letztendlich ist es nicht so 100% klar. Muss man ehrlich gesagt so sagen.
Christian: Und jetzt betreibst du nicht nur Podcast.de sondern auch Podcaster.de und bist sozusagen auch selber Podcast-Hoster. Was unterscheidet dich da von den anderen und worauf sollte man beim Podcast-Hosting achten?
Fabio: Da sollte man darauf achten, je nachdem ob man Datenschutzbedingungen bedenken muss oder nicht. Ob es in Deutschland gehostet ist, also die Daten ansich. Vielleicht hat man auch Interesse daran den Support auf deutsch zu bekommen. Das biete ich zum Beispiel an oder Rechnungsstellung auf deutsch. Dann kann man natürlich auch in die Staaten gehen. Da gibt es große Hoster, Libsyn zum Beispiel haben wir jetzt einen. Oder Soundcloud haben wir ja auch schon angesprochen. Wobei das häufig kritisch beurteilt wird von Podcastern. Kann man ja mal zu googeln “soundcloud podcasting” oder so. Da gibts ganz interessante Artikel zu. Ansonsten, ich biete zum Beispiel an: “Integration von Auphonic”. Das ist ein sehr guter Dienst aus Österreich. Die machen eine Verarbeitung von Daten und eine Überarbeitung, eine Optimierung der Audiodaten, -kompression und nem Leveling. Kann man halt direkt aus der Podcaster.de Files rüberschicken und kriegt die dann wieder importiert und kann die dann gleich wieder veröffentlichen.
Christian: Ja, spannend finde ich auch, dass Spotify jetzt auch anfängt so ausgewählte Podcasts mit aufzunehmen, so diese ganze Streaming-Welt. Auch Amazon, macht Amazon da in diesem Bereich eigentlich was? Habe ich jetzt noch nichts gesehen. Aber eigentlich kommt das jetzt so langsam wieder in die verschiedenen Endgeräte rein. Hast du mit Spotify dich mal beschäftigt und Podcasts?
Fabio: Ja Spotify-Integrationen stehen an. Ich mache ja neben Podcaster.de noch Podhosts, da ist das auch ein Thema.
Christian: Was ist Podhosts?
Fabio: Das ist das selbe, in alt.
Christian: (lacht) Ok. Gut. Ja dann vielen Dank erstmal für deine Erfahrungen und deine Insights und Tipps. Ja ich denke wir werden gleich nochmal quatschen und bestimmt auch irgendwas für meine Hörer rausschlagen, wenn sie einen Podcast bei podcaster.de hochladen wollen. Also Fabio, vielen Dank.
Fabio: Ja gerne, Dank für das Interview.

Ja und so ist es dann auch. Du bekommst 3 Freimonate mit dem Gutscheincode “CBS” zum testen von podcaster.de. Also probier es mal aus. Ich gespannt auf deinen Podcast.

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