Produkte

Praxistest: Bierzapfanlagen und Bierkühler im Vergleich

21.06.2008, Produkte, CBS 1 Reaktion

Die Grillsaison hat gerade begonnen, die Fussball-EM steigert die Nachfrage weiter. Spätestens seit der WM 2006 sind Bierzapfanlagen im Kommen. Sie sind praktisch, sparen mitunter Geld und sollen den Biergenuss steigern. Ich habe mir vor geraumer Zeit eine bestellt und damit einige Erfahrungen gesammelt.

Seitdem Philips mit seinen “PerfectDraft”-Anlagen wirbt, steigt die Nachfrage nach Heim-Zapfanlagen und ziehen diverse Hersteller mit Alternativprodukten nach. Doch die Unterschiede sind sehr groß und oft auf den ersten Blick gar nicht klar. So bietet der “Bier Maxx” oder oft auch “Biermaster” genannt eine Alternative zum deutlich teureren PerfectDraft-System. Der Vorteil gegenüber dem Philips-Produkt liegt vor allem in der Bierauswahl. Während bei PerfectDraft die Auswahl auf lizensierte Marken wie Beck’s und Franziskaner beschränkt ist, kann der “Bier Maxx” mit jeglicher Biermarke, die in 5-Liter-Partyfässchen erhältlich ist, bestückt werden.

Die Preise der 6l-PerfectDraft-Fässer liegen im Handel bei über 12 EUR, sprich mind. 2,00 EUR pro Liter. Hinzukommt Pfand, das eine Rückgabe nötig und damit das Ganze komplizierter macht. Die 5l-Partyfässchen kommen bei Markenbieren im Schnitt auf einen etwas niedrigeren Literpreis. Im Angebot ist meist aber auch eine unbekannte Sorte für rund 5 EUR, sprich 1 EUR je Liter. Außerdem entfällt die Pfandrückgabe. Daher habe ich mich damals für den Biermaster entschieden. Mit rund 100 EUR lag der Preis für die Zapfanlage zudem deutlich unter dem für die Philips-Variante. Heute ist der “Bier Maxx” schon ab rund 60 EUR erhältlich und ist damit weiterhin günstiger, als die mind. 100 EUR teure PerfectDraft-Anlage.

Der Hauptnachteil am Sytem vom “Bier Maxx” ist, dass zum Zapfen CO2-Patronen benötigt werden. Zehn Stück kosten etwa 8 Euro. Je Fass wird laut Herstellerangaben eine benötigt. Diese Mehrkosten heben den geringen Preisvorteil der handelsüblichen Partyfässer bei Markenbieren wie Beck’s und Co. gegenüber den PerfectDraft-Fässern wieder auf. In der Praxis habe ich zudem die Erfahrung gemacht, dass oft mehr als nur eine Patrone benötigt wird. Woran das im Einzelfall liegt, blieb mir bisher ein Rätsel. Das Philips-System kommt ohne zusätzliche Kohlensäure zum Zapfen aus, da sich im Inneren des Fasses ein mit Bier gefüllter Kunststoffbeutel befindet, der per Druckluft zusammengepresst und damit geleert wird. Da das Bier im Fass dabei nicht mit Luft in Berührung kommt, ist die Haltbarkeit hier besonders lang.

Da beide Systeme das Bier konstant kühlen, ist jedoch auch mit Luftzufuhr beim herkömmlichen Fass eine ausreichende Haltbarkeit gewährleistet. Kompliziert wird es beim “Bier Maxx” jedoch wieder durch die verschiedenen Entlüftungsverschlüsse der Fässer, die teilweise kompliziert geöffnet und mit Adaptern zum Zapfen vorbereitet werden müssen. Dies grenzt die Anzahl der Marken wieder etwas ein, da nicht alle das einfachste System mit einer roten, drehbaren und per Hand zu entfernenden Entlüftung haben. Auch scheint die Verfügbarkeit der 5l-Bierfässer teilweise stark saisonabhängig zu sein und viele Märkte haben selbst im Sommer nur eine Hand voll Marken vorrätig. Die PerfectDraft-Fässer lassen sich hingegen meist sogar im einschlägigen Versandhandel erstehen.

Wer allerdings die freie Bierauswahl haben und auf das komplizierte Zapfen mit CO2-Patronen verzichten möchte, kann auf einen reinen Bierkühler ausweichen. Die meisten Partyfässer haben eine eigene Zapfvorrichtung, die ohne Weiteres genutzt werden kann. Es muss nur der Entlüftungshahn geöffnet werden, damit zunächst der überflüssige Druck entweichen und dann beim Zapfen Luft nachgesaugt werden kann. Der Biercooler von Unold ist dafür bestens geeignet. Er hält jedes handelsübliche 5l-Fass kühl und hat vorne eine Öffnung für die Fasseigene Zapfvorrichtung. Der Preis von rund 60 EUR ist zwar ähnlich, wie der vom “Bier Maxx”, allerdings entfällt hier die regelmäßige Anschaffung von CO2-Patronen. Mittlerweile bin ich auf den reinen Bierkühler umgestiegen, da er einige Vorteile der beiden vorgenannten Systeme vereint. Das Zapfen ist deutlich unkomplizierter, es ist die insgesamt preiswerteste Lösung und die Bierauswahl ist frei.

Gemein haben alle Geräte, dass sie zum Herunterkühlen der Fässer nur bedingt geeignet sind. Wer also ein Bierfass erst auf die richtige Trinktemperatur bringen muss, sollte dazu einen Kühlschrank verwenden. Das heruntergekühlte Fass kann dann im entsprechenden Gerät auf trinkgerechter Temperatur gehalten werden. Dabei muss man ein zusätzliches mitunter nicht überhörbares Lüftergeräusch in Kauf nehmen. Außerdem müssen die Fässer nach dem Transport einige Stunden ruhen, damit einem beim Zapfen nicht eine Fontäne entgegenkommt. Dann steht dem Biergenuss zu Hause eigentlich nichts mehr im Wege.

1 Reaktion